Consumer Generated Advertising (CGA)

14. Oktober 2008 | Von Tino Kreßner | Kategorie: Marketing 2.0

In Anlehnung an den User Generated Content (UGC) wird das Marketing, bei dem die Kunden selbst Inhalte schaffen als Consumer Generated Advertising (CGA) bezeichnet. Sie tun dies entweder freiwillig, weil sie große Fans einer Marke oder eines Produktes sind oder weil Produzenten selbst dafür Rahmen und Wettbewerbe schaffen. Den kreativen Kunden ist es wichtig, dass die erstellten Inhalte viel Aufmerksamkeit bekommen, dass ihre Fähigkeiten und/oder ihre Kreativität öffentlich gelobt wird. Er möchte in seinem sozialen Netzwerk Achtung bzw. Beachtung zu bekommen. Entsteht CGA ohne Aufforderungen seitens der Produzenten, ist die Begeisterung des Kunden so groß, dass er das Produkt oder die Marke unterstützen will und selbst zum Vermittler wird. Schreibt der Produzent ein Wettbewerb aus, kommt das menschlichte Verhalten hinzu, sich gern mit anderen zu messen, duelieren und zu beweisen. Zusätzlich können Preise (Sach- oder Geldpreise) ein Anreiz zur Teilnahme sein und wie auch beim „Open Design“ Faktor für die entstehende Qualität sein.

Firefox als Vater des CGA

Die Anfänge dazu schuf der beliebte Open-Source Browser Firefox, zu dem eine TV-Kampagne online ausgeschrieben wurde. Auf der Homepage wurde Ende 2005 eine Art Briefing veröffentlicht, mit der man sich an alle kreativen Fans wandte, die Lust hatten einen eigenen 30-sekündigen Werbespot zu erstellen. Dabei sollten lediglich die Eigenschaften des Browsers im Mittelpunkt stehen und die Kennwerte der Marke berücksichtigt werden. Firefox sorgte schon 2004 für großes Aufsehen, als der Browser nur mit der finanziellen Unterstützung tausender Fans eine doppelseitige Anzeige in der New York Times platziere. Diesmal überlies man die Gestaltung und Inhalte gänzlich den Nutzern. Mit Erfolg: die Ergebnisse lassen sich unter www.firefoxflicks.com betrachten und brauchen sich mit Sicherheit nicht vor professionell gemachten Werbespots verstecken. Zumal ein Video geschaffen durch einen Nutzer selbst, eher als Weiterempfehlung, als Werbung aufgenommen wird. Die Glaubwürdigkeit eines Kundens ist dabei automatisch höher, als die einer gut bezahlten Werbeagentur.

User Generated Werbespot für Firefox

Qualität kein Ausschluss-Kriterium

Firefox hat dabei den Vorteil, ein nicht gewinnorientiertes Produkt zu sein. Also warum sollte jemand für ein kommerzielles Produkt Werbung generieren? Kein Kunde lässt sich freiwillig für eine Werbeaktion eines gewinnorientierten Unternehmens nutzen, welches dadurch geschickt Kosten für eine Werbeagentur einsparen will. Wer unbedingt einen effektlastigen, hochpolierten TV-Werbespot haben möchte, muss dafür auch weiterhin bezahlen. Consumer Generated Advertising bedeutet in der technischen Qualität mit Sicherheit zunächst einen Rückschritt. Doch wer sich etwas auf YouTube & Co umschaut, wird sich schnell wundern, welche bescheidene Qualität dort teilweise hochgestellt wird. Da kann es eben schon ausreichend sein, sich auf ein Sofa zu legen und zehn Minuten, über sein gestörtes Verhältnis zu Frauen zu sprechen.

Komplettes Unternehmen-Advertising user generated

Noch einen Schritt weiter mit dieser Form des Marketings geht ebenso der Internetbrowser Firefox mit seiner Aktion „Spread Firefox“. Über 5.000 Benutzer beschäftigen sich hier mit der Frage, wie sie den Browser noch bekannter machen können, mit dem Ziel die Vormachtstellung von Microsofts Internet Explorer zu brechen. Der Kampf gegen den milliardenschweren Redmonder Konzern, gleicht dem Kampf David gegen Goliath. Gerade dies und der Umstand, dass hinter dem Firefox Projekt keine finanziellen Interessen stecken, lässt sich Fans zu tausenden zusammen kämpfenden Davids entwickeln. Die Entwickler des Non-Profit-Unternehmens Mozilla, stellen für diese Aktion die Webseite mit vielen Tools zur Kommunikation zur Verfügung. So können über Foren, Chats und Blogs gemeinsam Aktionen geplant und neueste Erkenntnisse ausgetauscht werden. Aus dieser Community heraus wurden einzelne Arbeitsgruppen gebildet, die sich jeweils um eine Aufgabe zu kümmern haben. Zum Beispiel gibt es die Arbeitsgruppe „Press“, die sich um alle Presseanfragen kümmern soll oder das Team „Partners“, das auf Partneranfragen reagieren soll. Damit wird gleichzeitig eine große Verantwortung abgegeben. Motiviert werden die „Davids“ mit einem ausgeklügelten Belohnungssystem, in dem man zum Beispiel für jeden vermittelten Download des Browser einen Punkt bekommt. Die 250 engagiertesten Mitglieder werden dann direkt auf der SpreadFirefox Webseite verlinkt. Und bekommen so bei den täglichen 50.000 – 75.000 Besuchern der Webseite etwas Traffic für die eigene Seite zurück. Wem der Traffic nicht glücklich genug macht, kann seine Punkte im Firefox-Shop gegen Merchandising Artikel (T-Shirts, Tassen, …) eintauschen oder an Gewinnspielen teilnehmen. Mozilla läuft mit dieser Aktion natürlich Gefahr, dass in einer Pressemitteilung nicht alle Vorteile ihres Browsers genannt werden, so wie sich das die Entwickler einmal vorgestellt haben. Dennoch werden ihre Botschaften durch das Verbreiten über den Kundenmund eine höhere Glaubwürdigkeit finden.

CGA für kommerzielle Unternehmen

Auch als kommerzielles Unternehmen ist es möglich den Kunden in das eigene Marketing einzubinden. Doch bevor eine eigene Aktion geplant wird, sollte geschaut werden, ob bereits Inhalte über eigene Produkt erstellt werden.

George Masters, ein 37-jähriger Lehrer, war ein so großer Fan seines iPods, dass er sich dazu entschied unaufgefordert Werbung für das Gerät zu machen und erstellte einen eigenen Videoclip.

„My ideas come from music generally and usually when I am in my car. All of my music is on my iPod. I was listening to this song called tiny machine by the darling buds and I am listening to it on a Tiny Machine. Visual Imagery started flowing to me. […] The reception far exceeded my expectation. If I had known it would be so popular, I might have done something more on-brand and edited it down to a :30 spot. It’s special because it’s an expression of my love for motion graphics and Apple products. Not a direct attempt at fame or fortune.“

Das Mentos-Experiment

Apple reagierte darauf genau richtig: Nämlich überhaupt nicht. Wozu auch. Obwohl Urheber- und Markenrechte verletzt wurden, empfohl Masters den iPod weiter und machte damit Werbung für diesen kleinen Musikplayer. Ganz anders reagierte dagegen Coca Cola, als ihre Coke Light einem interessanten Experiment in Verbindung mit einer Packung Mentos ausgesetzt wurde: „Es wäre uns lieber, die Leute würden Cola Light trinken, statt damit herumzuexperimentieren.“, so ein Unternehmenssprecher. Mentos hingegen beobachtete die epidemischen Ausbreitungen neuer Versuchsanordnungen6 und sponsorte nach einiger Zeit selbst eine weitere Fortsetzung. Genutzt hat dies übrigens auch das Bierunternehmen Carlsberg mit einem eigenen Mentos-Experiment, dass sich bei YouTube zirka einer Millionen Abrufe erfreut.

Ausgeschriebene CGA-Contests

VIVA

Das sich CGA auch gezielt generieren lassen kann, zeigt VIVA. Zuschauer konnten selbst ihre eigenen Zwischentrailer basteln, die dann im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Spätestens wessen Trailer dann auf dem Musiksender lief, erzählte stolz all seinen Freunden davon.

Converse

Der Sportschuhhersteller Converse rief 2005 Amateurfilmer dazu auf Kurzfilme zum Thema „Erzähle deine Converse-Story“ einzusenden, die den Lifestyle, den Spirit beziehungsweise das Image des Schuhs thematisieren sollen. Die über 70 eingereichten Filme werden auf der Converse Homepage in einer Galerie präsentiert.9 Das beste Video wurde mit 10.000 US-Dollar prämiert und lief auf MTV als offizieller Converse Spot im Fernsehen. Converse beauftragt also nicht eine Werbeagentur mit der Produktion eines Spots, sondern seine eigenen Kunden. Der Schuhhersteller macht sich die Begeisterung der eigenen Markenfans zu Nutze und lässt sie diese, neben Mundpropaganda zu den online verfügbaren Videos, auch einem großen Publikum zeigen. Dies wirkt authentischer und zugleich glaubhafter.

Pepsi

Der Getränkekonzern PEPSI machte seine Kunden zu Produktdesignern. So schrieben sie einen Wettbewerb aus eine eigene Trink-Dose zu gestalten. Der Gewinner des Wettbewerbs bekommt nicht nur 10.000 US-Dollar sondern wird damit der erste Konsument, dessen Design auf einer Million PEPSI-Dosen abgedruckt wird. Die Dosen können entweder in einem Online-Editor oder eigenem Programm gestaltet werden. PEPSI stelte hierfür ein Template zum Download. Die eingereichten Vorschläge sollten dann von der Onlinecommunity ganz im Sinne des Web 2.0 gevotet werden. Mit dieser Aktion wird bewusst die Kontrolle über den Corporate-Look des eigenen Markenproduktes aus den Händen gegeben, um Kunden stärker zu binden. Eine gelungene Aktion: Laut eigenen Angaben wurden fast 100.000 Designs eingereicht. Aus einer Pressemitteilung geht hervor, dass für „[…] die internationalen Märkte […] zudem klassische Web 2.0-Video- und Musik-Portale geplant [sind], auf denen Nutzer ihre selbst erstellten Inhalte mit anderen tauschen können.“

Als ein weiteres Beispiel für eine qualitativ sehr gelungene Aktion soll noch der „Sony Ericsson Mobile Wallpaper Contest“ hier aufgeführt werden, bei dem die Designcommunity von Visiualorgasm dazu aufgerufen wurde, ein Handy-Hintergrundbild zum „Gig in the sky“, ein Konzert des Sängers „Jamiroquai“ in einem Jet, zu erstellen. Herausgekommen sind 166 kreative Einsendungen, aus denen dann die Community die 25 Besten wählten. Eine namhafte Jury prämierte dann ihre fünf Favoriten. Hier das Gewinnermotiv:


Tags: , , , , , , , ,


3 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. […] Consumer Generated Advertising (CGA) heißt das neue Ding in der Werbung. Die Idee: Wenn sich der Verbraucher im Internet bereits als Kreativer in eigener Sache austobt, kann man ihn auch als Produzenten von Werbekampagnen einsetzen. Das spart Geld und bringt ebenso Aufmerksamkeit wie Kontaktadressen. Menschen schätzen Dialogbereitschaft. Aber je jünger und medienkompetenter sie sind, desto kritischer steigen sie in die Kommunikation über Marken ein. Diese jungen Internetprofis, sogenannte “Net-Natives”, sind dank immer simplerer und leichter verfügbarer Hard- und Software einerseits in der Lage, Beiträge auf Profi-Niveau abzuliefern. Andererseits sind sie aber schlau genug, echte Angebote zur Partizipation (inklusive dem kreativen Freiraum) von Effekthascherei (inklusive markenbedingter Zensur) zu unterscheiden. Einfach ein bisschen buntes Mitmachmarketing anzubieten, bringt es also nicht. […]

  2. Zum Beispiel gibt es die Arbeitsgruppe „Press“, die sich um alle
    Presseanfragen kümmern soll oder das Team „Partners“, das auf
    Partneranfragen reagieren soll.

  3. <h1>wholesale designer bags</h1> A good thing to look at like
    <h1>wholesale designer handbags</h1> This brand is very good
    <h1>air max tn</h1> the trend of fashion
    <h1>nike shox nz</h1> Very trendy
    <h1>cheap puma shoes</h1>  Clothes very good-looking
    <h1>super street</h1> Very favorable
    <h1>puma men shoes</h1> Fast to buy
    <h1>wholesale puma shoes</h1> Wholesale Designer Bracelet
    <h1>men gucci shoes</h1> It seems all right
    <h1>gucci mens shoes</h1> Quality goods wholesale
    <h1>louis vuitton wallets</h1> elegant

  4. 童乐淘

  5. Normally I do not read article on blogs, however
    I wish to say that this write-up very compelled me to check out
    and do so! Your writing style has been amazed me. Thank you, very nice post.

  6. Do you feel the pain of acid reflux? Do you feel a fire inside your chest? Are you miserable? Are you ready for the issues to stop? Continue reading to find out how. Keep reading to learn to control acid reflux for good and to end the misery for good.

    You may need to balance out hydrochloric acid amounts in your body if you want to reduce acid reflux and its symptoms. You can do this, for instance, by using sea salt rather than table salt. Sea salt has chloride and minerals that are good for the stomach and prevent acid.

    https://www.viagrasansordonnancefr.com/du-viagra-sans-ordonnance/

  7. If your partner complains that you snore during your sleep, or if you wake up in the morning feeling tired and grouchy, you may have a common sleep disorder called sleep apnea. This means that at night, your airway is blocked and you stop breathing during your sleep. If you have this condition, you need to find treatment right away to avoid further problems.

    If you suffer from sleep apnea, you should use a Continuous Positive Airway Pressure machine while sleeping. This will help you treat your sleep apnea and get you on the path to having a full nights sleep. This machine uses either a face or nasal mask to pump air while you sleep.

    Adjust your CPAP machine. Most machines come with default settings that might not correspond to your needs. You should be able to regulate the airflow: try different settings and choose one that seems to work for you. If you feel like your machine is not working like it should, try changing the settings again.

    If you have sleep apnea, be sure to ask your doctor every five years if you should have a follow-up sleep study. As your weight and health change, your CPAP pressure may need to be adjusted. The most accurate way to reassess your needs is to have another sleep study with CPAP so the appropriate pressure can be determined.

    Try your best to lay off tobacco and nicotine products. Cigarette smoke can irritate your upper airway causing it to swell up, subsequently hindering your ability to breath during the night. Quitting smoking could therefore, significantly improve your sleep apnea symptoms and will also improve your body’s overall health and your feelings of well-being.

    Don’t give up on treatment for sleep apnea after one doesn’t work. There are a variety of treatments for your condition, so finding the right one is sometimes a process of trial and error. The number and severity of your symptoms influence what treatment is correct one for you. Giving multiple treatments a chance ensures you find the one that works the most effectively.

    If you have been diagnosed with sleep apnea, it is important to avoid drinking alcohol. Alcoholic beverages will relax the muscles in your throat, which makes it more likely that they will block your airway during your sleep. At the very least, avoid any alcoholic beverages in the evening before you get ready for bed.

    If you have been diagnosed with sleep apnea, it is important to avoid drinking alcohol. Alcoholic beverages will relax the muscles in your throat, which makes it more likely that they will block your airway during your sleep. At the very least, avoid any alcoholic beverages in the evening before you get ready for bed.

    People who use alcohol, sedatives, and sleeping pills are far more likely to suffer from sleep apnea. This is because these drugs will relax the throat and cause their breathing to be impaired. Using these drugs before bedtime is more likely to cause sleep apnea than using these drugs during the day.

    Learning more about sleep apnea is important because knowledge can help put your mind at ease. Take the information you have learned in this article and talk to your doctor about it. He or she can then better help you more easily when you know more about this disorder yourself.

    viagrasansordonnancefr.com

  8. Hi, i think that i saw you visited my blog thus i came to “return the favor”.I‘m
    trying to find things to improve my site!I suppose its ok to use a few of your ideas!!

  9. Tino Kreßner (weandx)»Marketing 2.0 Consumer Generated Advertising (CGA) | Tino Kreßner (weandx)
    algdmcedqpr
    lgdmcedqpr http://www.g5l7b35r7kt4qsu3ba5qs626214pet17s.org/
    [url=http://www.g5l7b35r7kt4qsu3ba5qs626214pet17s.org/]ulgdmcedqpr[/url]

  10. ”He had said that the company will continue to receive the full amount of the existing toll; if there is a reduction the company would receive the difference from the Government.
    Jerseys NFL Wholesale

  11. Way cool! Some very valid points! I appreciate
    you penning this post plus the rest of the site is very good.

  12. Barcelona poaching peg Manchester united 1 small method model and name the wizards to dig the premier league
    puma fenty

  13. Tino Kreßner (weandx)»Marketing 2.0 Consumer Generated Advertising (CGA) | Tino Kreßner (weandx)

  14. Harden’s signature style low help basketball shoes let dreams and fly together career
    adidas zx flux

  15. I actually found this more entertaining than James Joyce.
    calvin klein boxers

  16. hello every person.don’t be shy and if I will help in any way please do not hesitate to request. All I‘m able to do is attempt to answer and believe it helps.
    vera bradley outlet online

  17. Wow, amazing blog layout! How long have you been blogging for? you made blogging look easy. The overall look of your website is magnificent, let alone the content!

  18. However, BBCI’s Board of Directors refused to implement the reduction, claiming that it has to take the matter first to its shareholders.
    China Jerseys Wholesale

Schreibe einen Kommentar