Das Informationszeitalter

8. Februar 2009 | Von Tino Kreßner | Kategorie: Buchbesprechung

Mit den neuen Kommunikationstechnologien ist, nach Manuel Castells, eine Revolution eingeleitet, eine neue Epoche der Menschheit, dessen physische, aber vor allem geistige Möglichkeiten ins Grenzenlose erweitert werden können. Information wird zum entscheidenden Rohstoff, aus dem alle gesellschaftlichen Prozesse und soziale Organisationen gebildet sind. Als neue Herausforderung steht die Erzeugung und Steuerung von Wissen, Informationen und Technologie zur Organisation der gesamten Gesellschaftsstruktur.

„Wenn die Informationstechnologie für unsere Zeit das ist, was die Elektrizität im Industriezeitalter war, so lässt sich das Internet sowohl mit dem Stromnetz oder dem Elektromotor vergleichen, denn es besitzt die Fähigkeit, die Kraft der Information über den gesamten Bereich menschlicher Tätigkeit zu verbreiten. Und genauso, wie die neuen Technologien der Energiegewinnung und -verteilung die Fabrik und den Großkonzern als die organisatorischen Grundlagen der Industriegesellschaft möglich machten, bildet das Internet die technologische Basis für die Organisationsform des Informationszeitalters: das Netzwerk“.

Der Unterschied zu früheren Revolutionen ist die erdumspannende Dimension. Sie betrifft die gesamte Bevölkerung und wird laut Castells zur Bildung einer Weltgesellschaft führen.

Nach Castells ist die Informationsgesellschaft eine Gesellschaftsstruktur, in der die Quellen der ökonomischen Produktivität, der kulturellen Hegemonie und politisch-militärischen Macht abhängig sind von der Gewinnung, Speicherung, Verarbeitung und Erzeugung von Information und Wissen.

Der dabei entstehende neue Gesellschaftstyp ist das Netzwerk, welches Castells als eine Art Raum von Strömen versteht. In diesem Raum kommunizieren oder interagieren Individuen entweder anwesend oder abwesend. Das Netzwerk selbst ist dabei in drei Ebenen aufgeteilt. Die erste Ebene wird durch den Kreislauf elektronischer Vermittlung gebildet. Diese grenzen den Raum ein, vergleichbar wie dies die Eisenbahnschienen im Industriezeitalter taten. Die zweite Ebene ist durch Knoten und Zentren der technologischen Infrastruktur festgelegt. Die Eigenschaften dieser Knoten sind je nach Funktion des Netzwerkes unterschiedlich. Die dritte Ebene betrifft die räumliche Organisation derer, die diese Knotenpunkte kontrollieren.

Die Transformation vom Industrialismus zum Informationalismus wird dabei als informationstechnologische Revolution beschrieben. Sie setzt eine Rückkopplungsspirale der Anwendung von Wissen auf Wissen in Gang, als Hauptquelle der Produktivität.

Informationen zu Manuel Castells

Für wen interessant

Das Buch „Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft“ richtet sich an Soziologen, Politologen, Historiker, Medien- und Kommunikationswissenschaftler sowie Kulturwissenschaftler. Es gibt einen umfassenden Überblick über die Netzwerkgesellschaft bzw. Internetgesellschaft und ist für alle diejenigen interessant, die sich mit den Hintergründen der Erfolgsentwicklung des Internets bzw. auch die des Web 2.0 beschäftigen möchten.

Ursachen für den Übergang der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft

Zwei parallele Entwicklungen sind für die informationstechnologische Revolution maßgeblich: Die Informationstechnologie und die Kommunikationstechnologie. Seit den 70er Jahren beschleunigte sich diese Entwicklung zunehmend. Das Zusammenwachsen der Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglichte das Herausbilden des Internets.

Der Übergang zur Informationsgesellschaft wurde gefördert durch:

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