Der Hawthorne-Effekt

6. September 2008 | Von Tino Kreßner | Kategorie: Kommunikation

Forscher der Harvard Business School haben in den Hawthorne-Werken (Illinois, USA) des damaligen Telekom-Gigangen Western Electric (heute: Alcatel-Lucent) in den 20er Jahren im Rahmen ihrer Beobachtungsstudien, Mitarbeiter dazu eingeladen neue Arbeitsbedingungen zu testen. Dabei sollte herausgefunden werden, ob sich Veränderungen der Arbeitsbedingungen, wie Arbeitszeit, Beleuchtung und Führungsstil auf die Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter auswirken. Verblüffendes Ergebnis war, dass alle Arten der Veränderungen, welche von den Teilnehmern getestet wurden, zu einer Steigerung der Arbeitsproduktivität führten. Das Forscherteam um Elton Maya kam zu dem Schluss, dass weniger die Veränderungen, als die reine Tatsche der Durchführung von derartigen Tests, die Produktionssteigerung hervorriefen. Durch die Chance in einer kleiner Gruppe an derartigen exklusiven Tests teilnehmen zu dürfen, fühlten sich die Mitarbeiter aufgewertet und als etwas Besonderes. Dies steigerte ihr Ego und lies sie zu „VIP-Arbeiter“ werden, auf die gehört wurde. Durch die Möglichkeit Dinge verändern zu können, schufen sie eine positive emotionale Bindung an dem was sie testeten. Fazit dieser Studie ist, dass egal was Teilnehmer testen, rein der Umstand in einen Entwicklungs- oder Marketingprozess mit eingebunden zu werden, verwandelt einen Teilnehmer zum Befürworter.

Dieses System hat sich bereits in der Praxis bewährt. Semco ist ein brasilianischer Maschinenbauer, geführt durch Ricardo Semler, der bis zur Übernahme durch Semler fast vor dem Konkurs stand. Die Mitarbeiter erhalten echte Mitbestimmungsreche und 23 Prozent des Gewinns. Zum Beispiel können sie die Bezeichnung ihrer Arbeitstätigkeit selbst wählen oder entscheiden wie und wo sie auf Geschäftsreisen übernachten. Eine Begrenzung der Spesen gibt es nicht, genauso wenig wie Kontrollabrechnungen. Einige Firmen beschäftigen ganze Abteilungen, um ihrere Mitarbeiter zu kontrollieren. Semco setzt auf Selbstkontrolle und eine offene Informationspolitik. Jeder Mitarbeiter kann Einblick in die Finanzzahlen nehmen. Entscheidungsprozesse werden demokratisch und transparent getroffen. Die Produktionsquoten entscheiden sie selbständig. Semco beweist, dass das Prinzip „Begeisterung durch Beteiligung“ auf lange Sicht funktioniert. Der Jahresgewinn konnte innerhalb 20 Jahre von 4 Millionen auf 212 Millionen US-Dollar gesteigert werden. Die Anzahl der Beschäftigten von 90 auf 3.000. Das Wall Street Journal kührte Semler zum lateinamerikanischen Geschäftsmann des Jahres 1990 und 1992.


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