Open Source Advertising: Shooter und Disturbia

28. August 2008 | Von Tino Kreßner | Kategorie: Film 2.0

Paramount Pictures setzte bei der Promotion des Films „Disturbia“ und „Shooter“ auf das Open Source Advertising. Auf dem Web 2.0-Portal Eyespot stellten sie jeweils 20 Szenen aus dem Film sowie weitere Soundeffekte online. Dort können sich Fans aus dem vorhandenen Material ihre eigenen Trailer zusammen schneiden und diesen dann, wie bei YouTube Videos, auf der eigenen Homepage einbinden oder an Freunde weiter senden. Auch bereits geschnittene Trailer konnten von anderen wieder weiter bearbeitet werden oder eigenes Videomaterial hinzugefügt werden. Der Cutter des besten Trailers gewinnt eine Xbox 360.

Kernelemente der Vermarktung

  • Online Trailerschnitt durch User

Verlauf

Auf der eyespot Webseite Webseite wurde jeweils eine eigene Promotionseite eingerichtet, auf der Paramount Pictures den Film optisch und inhaltlich vorstellt. Nach der Registrierung stehen jedem die jeweils 20 Videoclips und Soundtrack Stücke zur Verfügung. Aber auch eigenes Videomaterial kann hoch geladen werden. Ebenso können die Clips und Songs von anderen Projekten bei eyespot für den Trailerschnitt verwendet werden.

Ergebnisse

Seit Februar 2007 sind bis Anfang September insgesamt 1.370 von Usern geschnittene Trailer entstanden, die 31.302 mal betrachtet wurden. In der „Shooter“-Gruppe befinden sich 1.695 Mitglieder und bei „Disturbia“ 421. Jeder dieser User hat für den Film bereitwillig einen eigenen Trailer und damit einen Werbespot für einen großen Filmverleiher erstellt. Durch die Möglichkeit eine Xbox zu gewinnen wurde ein zusätzlicher Anreiz gestellt, an diesem Contest teilzuhaben. Die Hobby-Trailercutter haben sich durch den Umgang mit dem Filmmaterial automatisch intensiv mit dem Film beschäftigt. Indirekt werden sie jetzt zum Verkäufer des Films, denn er zeigt sein fertiges Werk stolz seinen Freunden oder bindet es auf seiner eigenen Homepage ein. Durch das Einbinden auf der eigenen Seite und das weiter senden an Freunde sind hier ebenso virale Komponenten eingebaut wurden. „Disturbia“ hielt sich über einen Monat an der Spitze der US-Amerikanischen Kinocharts, „Shooter“ konnte sich zwei Wochen in den Top-Five platzieren.

Beispiel-Trailer, der von einem User geschnitten wurde

Ähnliche Projekte: „The Ex“ Movie Poster Contest

Ähnlich wie bei „Disturbia“ und „Shooter“ lies man bei dem Film „The Ex“ User eigene Werbematerialien erstellen. Ganz nach dem Prinzip AAL (Andere arbeiten lassen) konnte man sich auf der Webseite theexcontest.com Fotomaterial, Logos und Titelschriftzüge zu dem Film herunterladen und ein eigenes Filmposter erstellen. Das Gewinnerposter wird gut sichtbar in dem lokalen Kino des Erstellers platziert. Zudem bekommt eine Privatvorführung des Films und zusammen mit 25 seiner Freunde einen Ausdruck des Posters mit Unterschriften der Schauspieler.

Die Mitmach-Barrieren waren recht hoch. So mussten die Teilnehmer selbst ein teures Grafikprogramm, wie Adobe Photoshop zur Verfügung haben. Auch wurden die Einsendungen nicht online zur Verfügung gestellt, sondern mussten an den Veranstalter gemailt werden, wodurch man sich jegliche virale Effekte aus schloss.

Ähnliche Projekte: „Stray Cinema“ (Open-Source Kurzfilm)

Stray Cinema ist ein Open Source Filmprojekt bei dem bereits gedrehtes Filmmaterial online gestellt wird. Unter Beachtung der Creative Commons Lizenz können User aus dem Material eigene Kurzfilme schneiden. Durch die Online-Community werden die besten fünf Kurzfilme gewählt, die dann zusammen mit dem Directors Cut bei einem öffentlichen Screening aufgeführt werden. Das Projekt zählt im ersten Jahr 64 Einreichungen und soll 2008 mit neuem Material fortgesetzt werden.

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